Die Vereinschronik

Jahr 1886
Gründung
Über die Gründung der Schützengesellschaft und über die Zeit bis nach dem 1. Weltkrieg gibt es kaum Aufzeichnungen. Weder in den damaligen Zeitungen noch in den Unterlagen benachbarter Schützenvereine ist viel zu finden. Nachforschungen über die Geschichte der Schützengesellschaft, die der ehemalige Schriftführer Oskar Geigner angestellt hat, ergaben, dass der Förster Max Rehbock der erste Schützenmeister der Schützengesellschaft Kammer-Rettenbach war. Davon zeugt auch eine Schützenscheibe aus dem Jahr 1886, weshalb man dieses Jahr als Gründungsjahr der SG annimmt.
Jahr 1886
Jahr 1919
Ersteschritte
Erste schriftliche Angaben sind dem Mitglieder-, Kassen- und Protokollbuch der SG entnommen. Erster Eintrag: „24. Oktober 1919 Anfangsschießen. Zum Preisschießen am 31. Dezember 1919 kamen 19 Schützen aus Kammer und Rettenbach“. Deshalb ist anzunehmen, dass es bereits damals eine Schützengesellschaft Kammer-Rettenbach gab.
Jahr 1919
Jahr 1924
Jährlich zwei Schießveranstaltungen
In den folgenden Jahren bis 1924 sind pro Jahr immer nur zwei Schießveranstaltungen, nämlich ein Anfangs- und Endschießen verzeichnet. Nach den Ermittlungen von Oskar Geigner war Förster Georg Kiendl bis zu seiner Ermordung durch Wilderer im Jahr 1920 Schützenmeister. Sein Nachfolger Ludwig Ressler war ebenfalls Förster in Rettenbach. 1924 übernahm der Maurermeister Hans Schreiber das Schützenmeisteramt. Im Dezember 1923 wurden erstmals Schützenregeln aufgestellt, bestehend aus drei Paragraphen. Der Paragraph 3 hatte folgenden Wortlaut: „Ein im Schießstand erfolgter Schuß gilt als geschehen, wenn er auch aus Versehen losgegangen ist, sollte jedoch die Kugel nicht aus dem Lauf gegangen sein, so hat dies der Schütze dem Schützenmeister anzuzeigen und mit dem Ladestock im Laufe, denselben davon zu überzeugen. Sind aus dem Lauf zwei Kugeln zugleich geschossen, so ist der Schuß verloren“.
Jahr 1924
Jahr 1928
Gauschießen in Kammer
Jahr 1928
Jahr 1945
Die Zeit des Nationalsozialismuses
Während der Zeit des Nationalsozialismus bis 1945 befand sich die Schützengesellschaft Kammer-Rettenbach bei Oberforstverwalter Merkel in guten Händen. Der Schießbetrieb wurde bis zum Beginn des 2. Weltkrieges in gewohnter Form weitergeführt. Im Schnitt waren 25 Schützen bis zum Kriegsausbruch 1939 in den Mitgliederverzeichnissen eingetragen. Trotz der Reglementierung des Schießsportes, zum Beispiel auch durch Einführung von Opferschießen für das Winterhilfswerk, hat man in dieser Zeit nicht vergessen, dass Schützen Frohnaturen sind. Man ließ es sich nicht nehmen, alljährlich in der Faschingszeit das Schützenkranzl abzuhalten.
Jahr 1945
Jahr 1951
Schießbetrieb in Kammer
Nach dem 2. Weltkrieg glaubten nur noch wenige daran, dass es in Deutschland jemals wieder Schießsport geben würde. Seitens der Militärregierung wurde nämlich das ganze Schützenwesen als Paramilitarismus eingestuft und so mussten alle Gewehre abgeliefert oder vernichtet werden. Auf Zuwiderhandlung stand die Todesstrafe. Nicht wenige nahmen dieses Risiko auf sich und versteckten, vergruben oder demontierten ihre zum Teil sehr alten, wertvollen und lieb gewonnenen Gewehre. Ihre Courage hat sich gelohnt, denn schon sechs Jahre nach Kriegsende wurde auch in Kammer der Schießbetrieb wieder aufgenommen. Im Dezember 1951 wurde beschlossen, dass die SG wieder ins Leben gerufen wird. Forstamtmann Stubenhofer wurde 1. Schützenmeister, sein Stellvertreter wurde Alois Streitwieser. Am 3. Januar 1952 meldete die Schützengesellschaft Kammer-Rettenbach dem Alzgau Trostberg 32 Schützen. Im ersten Schießjahr 1951/52 trafen sich die Schützen 13 Mal nach alter Tradition abwechslungsweise in den Gasthäusern in Kammer und in Rettenbach, um ihre Treffsicherheit zu üben. Am Silvesterabend 1952 wurde zum ersten Mal nach dem Krieg ein Schützenkönig ermittelt.
Jahr 1951
Jahr 1964
Fester Platz im Vereinswesen von Kammer
Der Schützengesellschaft Kammer-Rettenbach gelang es in den folgenden Jahren wieder einen führenden Platz im Vereinswesen der Gemeinde einzunehmen. Kameradschaften mit benachbarten Schützen wurden erneuert und führten zu Freundschaftsschießen mit Nachbargesellschaften, vor allem mit der Patengesellschaft Hufschlag, aber auch mit Taching, Traunwalchen und Palling, später auch mit Nußdorf und mit den Schützen aus Biberachzell (in der Nähe von Neu-Ulm).
Jahr 1964
Jahr 1967
Gauschießen in Kammer
Schützenmeister Stubenhofer starb im Dezember 1963 und der Wagnermeister Hans Osenstätter wurde sein Nachfolger. Als man unter Führung des 1. Schützenmeisters Josef Fraunhofer das Gauschießen 1967 ausrichtete, verzeichnete man mit 546 Schützen einen Teilnehmerrekord für den Alzgau. Fraunhofer hatte das Amt von 1966 bis 1970 inne. Sein Nachfolger bis 1975 war Sebastian Mittermeier. Der Gewinn der Mannschafts-Gaumeisterschaft 1969 in Tacherting sowie weitere große Erfolge bei vielen Schießveranstaltungen ließen das Interesse am Schießsport in der damaligen Gemeinde Kammer spürbar steigen. Sowohl in Kammer als auch in Rettenbach wurde durch Verlegen der Stände aus der Gaststube die Zahl der Stände von zwei auf vier erweitert. Was blieb, war das mühsame Auf- und Abbauen der Stände.
Jahr 1967
Jahr 1975
Neue Schießstände im Gasthaus Jobst
Erst das Angebot der Rettenbacher Wirtsleute Elfriede und Benno Jobst, der Gesellschaft den Hausspeicher für den Ausbau von Schießstätten zur Verfügung zu stellen, ließ auch den lang gehegten Wunsch in Erfüllung gehen, automatische Zugstände anzuschaffen. Durch finanzielle und materielle Hilfe der Wirtsleute und durch den tatkräftigen Einsatz vieler Schützen entstanden in kurzer Zeit Schießstände auf neuestem Stand der Technik. Eine treibende Kraft war dabei der seit 1975 amtierende Schützenmeister Ulrich Wieser.
Jahr 1975
Jahr 1976
Gauschießen in Kammer
1976, nur neun Jahre nach dem letzten Gauschießen in Kammer war die SG erneut Ausrichterin des Gauschießens. 1989 wurden die Schießanlage und der Aufenthaltsraum von den Mitgliedern umgebaut. Die Wirtsleute stellten das Material zur Verfügung. Bei diesen Umbauarbeiten wurde eine alte Schützenscheibe aus dem Jahre 1881 gefunden. Leider geht daraus nicht hervor, ob damals schon ein Verein bestand. Nach 18 Jahren als 1. Schützenmeister übergab Ulrich Wieser 1993 sein Amt an Alois Wimmer.
Jahr 1976
Jahr 1994
Neues Schützenheim
1994 wurde mit dem Bau des neuen Feuerwehrhauses in Neukammer begonnen,in dessen Untergeschoß die SG ihre neuen Schießstände und ihr Schützenheim einbauen konnte. Ein Jahr später wurden Feuerwehrhaus und Schützenheim eingeweiht. 1996 fand das Standeröffnungsschießen statt, verbunden mit dem Gauschießen des Alzgaues Trostberg.
Jahr 1994
Jahr 2000
Eigene Standarte
In der Jahreshauptversammlung 2000 wurde angeregt, eine Fahne oder Standarte anzuschaffen, da die SG die Patenschaft bei der SG Seerose Taching im Jahr 2002 übernehmen sollte. Die Weihe der Standarte fand im Juni 2001 zum 115-jährigen Bestehen der SG Kammer-Rettenbach im Rahmen eines Festes statt. Patenverein war die SG Nußdorf. Im Oktober des selben Jahres wurde an unseren Schießständen der 1.Gau-Oldie-Cup ausgetragen.
Jahr 2000
Jahr 2011
125-jähriges Bestehen der SG
Unser 125-jährigen Bestehen begingen wir im Oktober 2011 mit einem Totengedenken an unsere verstorbenen Mitglieder in der Pfarrkirche in Kammer. Danach fand im Gasthaus Jobst in Rettenbach ein Festabend statt. Aus Anlass des Jubiläums wurde an unseren Schießständen das Gauschießen des Alzgau-Trostberg ausgetragen.
Jahr 2011
Jahr 2012
Schützenmeisterwechsel
Schützenmeister Alois Wimmer stellte sich bei der Jahreshauptversammlung im März 2012 nach 19 Jahren nicht mehr zur Wahl. Nach Alois Wimmer war für drei Jahre Hermann Brosch 1. Schützenmeister. 2015 übernahm Pia Oberkandler dieses Amt.
Jahr 2012
Jahr 2012
Schießveranstaltungen und Vereinsleben
Seit 40 Jahren pflegen wir freundschaftliche Kontakte mit den Schützen aus Biberachzell. Dies wurde 2012 mit einem Besuch der Biberachzeller im Chiemgau und einem Jubiläumsschießen gefeiert. Die Schützen der SG Kammer-Rettenbach tragen alle vier Jahren die Stadtmeisterschaft im Schießen aus, pflegen Freundschaftsschießen mit den Schützen aus Nußdorf, Taching und Hufschlag, nehmen an den Rundenwettkämpfen mit zur Zeit zwei Mannschaften teil, beteiligen sich an Veranstaltungen im Ort, in der Stadt Traunstein und im Alzgau. Besonders wichtig aber sind das Vereinsleben und die geselligen Stunden im Schützenheim.
Jahr 2012